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Die Vielfalt der Moore im Kleinwalsertal
Prof. Dr. Joachim Schrautzer von der Universität Kiel hat mit vier Studieren...

Termine

    Naturaufnahme des Monats
    September 2017

     

    Die Vielfalt der Moore im Kleinwalsertal

    Prof. Dr. Joachim Schrautzer von der Universität Kiel hat mit vier Studierenden die Moore im Kleinwalsertal systematisch untersucht und naturschutzfachlich bewertet.

    Er berichtet über erstaunliche Beobachtungen und Erkenntnisse zu den zum größten Teil noch naturnahen Ökosystemen im Kleinwalsertal.

    Im Biotopinventar für die Gemeinde Mittelberg werden diese Natur-Juwelen als Landschaftssteile mit hervorragender Bedeutung im überregionalen Rahmen bezeichnet.

    Der Vortrag findet am Dienstag, 1. August 2017 um 20:30 Uhr im Walserhaus Hirschegg, Mehrzweckraum statt.

    Jahreshauptversammlung 2017

    Dienstag, 16.5.2017, 19:00 Uhr
    Hirschegg, Walserhaus, Mehrzweckraum


    Tagesordnung
    1. Begrüßung
    2. Bericht des Obmanns
    3. Bericht der Kassierin und der Rechnungsprüfer
    4. Neuwahlen
    5. Beschlussgegenstände
    5.1 Wanderweg oberhalb der Ifenhütte
    5.2 Öffentliche Stellungnahme des Vereins zu Forststraßen im Kleinwalsertal
    6. Bürgermeister Andi Haid: Neues zu NATURA 2000
    7. Tobias Fritz: Gedanken zu Landschafts-(schutz) und Baukultur
    8. Neubau der Ifenlifte
    9. Der Widerbart, eine sehr seltene Orchidee
    10. Allfälliges


    Die Versammlung ist heuer nicht öffentlich.

    Die Vorstandschaft

    WaldkauzCam

    Februar 2017

    Die WaldkauzCam vom LBV Kempten-Oberallgäu startet in die neue Brutsaison. Das Weibchen hat bereits drei Eier gelegt und mit der Brut begonnen. Als Schlupftermin können sich die Waldkauz-Fans schon einmal den 25.03. notieren.

    http://lbv-kempten-oberallgaeu.de/waldkauzcam.html 

     
     

    Naturführer - Ausbildung Vorarlberg

    Januar 2017

    Die inatura bietet erstmals ab Mai 2017 im Auftrag des Landes Vorarlberg – Naturvielfalt Vorarlberg – eine Fachausbildung zum Naturführer an. Ziel dieser Ausbildung ist es naturinteressierten VorarlbergerInnen die Vielfalt der Natur in Vorarlberg zu vermitteln und zu Naturführern auszubilden. Der Kurs setzt sich aus 16 Kurstagen an 4 Wochenendmodulen (Wald, Wasser, Wiese, Hochlagen) in 4 verschiedenen Schutzgebieten in Vorarlberg zusammen.

    Gemeinsam mit den Partner Naturschutzgebiet Rheindelta, Naturpark Nagelfluhkette, Biosphärenpark Großes Walsertal, Europaschutzgebiet Verwall und Klostertäler Bergwälder, sowie dem LFI Vorarlberg werden in den 4 Modulen Themen wie Blütenpflanzen, Insektenkunde, Geologie, Wald & Waldnutzung, Vogelkunde, Wildtiere und viele weitere Themen vermittelt. Allgemein werden in jedem Modul die für den Lebensraum typischen ökologischen Aspekte, eine breite Artenkenntnis aber auch Didaktik, Pädagogik und Kommunikation vermittelt.
    Die Teilnehmer müssen außer Energie, Neugierde und Forschergeist keine Vorkenntnisse mitbringen.

    Aufbauend auf die Naturführer Ausbildung gibt es die Möglichkeit zur freiwilligen Vertiefung in einzelnen Tourismusregionen Vorarlbergs (Regionalmodule). Diese Regionalmodule wurden in Kooperation mit Vorarlberg Tourismus entwickelt und konzentrieren sich neben den touristischen, auch auf die kulturlandschaftlichen und historischen Besonderheiten der speziellen Region.

    Alle weiteren Infos gibt es bei der inatura.

    Naturnahe Wege - Qualitätsrichtlinien

    Das Kleinwalsertal verfügt über ein weiträumiges und gut ausgebautes Spazierweg- und Wanderwegenetz. Dieses muss von der Gemeinde mit großem Aufwand erhalten und gepflegt werden. Wie in anderen Tourismusregionen auch geraten Wege und Pfade immer stärker unter Druck. Durch den Einsatz von modernen und rationellen Maschinen laufen sie Gefahr, zu Allerweltswegen zu verkommen. Die von Vielen geschätzte Ursprünglichkeit geht verloren. Der Landschaftsschutz Kleinwalsertal hatte in den Jahren 2014 und 2015 als Jahresthema das Projekt "Pflegen von Wegen und Stegen" ausgerufen.
    2015 wurde von Gemeinde Mittelberg die Arbeitsgruppe Naturnahe Wege eingerichtet. Die von dieser Projektgruppe erarbeiteten Qualitätsrichtlinien zur Erhaltung Naturnaher Wege wurden von den Mandataren der Gemeinde Mittelberg am 21. Juni 2016 einstimmig beschlossen.

    Am Ifen wird gebaut

    Seit April 2016 wird am Ifen gebaut. In der ersten Etappe sind der Bau der Olympiabahn, des Schneiteichs und der Beschneiungsanlage vorgesehen. Der Landschaftsschutz Kleinwalsertal hat zu den Baumaßnahmen eine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

    Modernisierung der Ifen-Bergbahnen
    Stellungnahme des Vereins „Landschaftsschutz Kleinwalsertal"

    Im Sommer 2015 hat GF Augustin Kröll (KWB) bei mehreren Treffen Vertretern des LSK neue Pläne für die Modernisierung der Ifen- Bergbahnen erläutert. Folgende Fakten wurden mitgeteilt:

    Bauetappe 1:
    Bau einer 6er Sesselbahn „Olympiabahn" von der Auenhütte bis Schlepplifttrasse Stütze 8
    - Kapazität 2000 Pers./h
    - kein Sommerbetrieb, kein Restaurant an Bergstation bzw. Alpbord
    - Bergstation optisch wie „Möserbahn" – Garagierung der Sessel in Talstation
    - Trassenverlauf ab Kurvenstation rechts, unterhalb links vom jetzigen Ifenlift mit 14 Stützen bodennah
    - keine Straße und kein Geländewagenweg von der Ifenhütte bis zur Bergstation
    - Abbruch Schlepplift
    - Baubeginn: Frühjahr 2016
    Bau eines Schneiteiches mit ca. 100.000 m³ zwischen „Gaisbüal" und „Ochsaauba"
    Bau einer Baustraße von Auenhütte westlich des Gaisbühel-Hochmoores zum Schneiteich
    - Beschneiung von: neue Bergstation zur Ifenmulde; Ifoly mit Olympiahang; Pisten entlang des
    jetzigen Schleppliftes bis zur Talstation Auenhütte (Ifen- und Hahnenköpflepiste) die Hahnenköpflepiste bis zur Bergstation der Hahnenköpflebahn; Skigleitweg
    - Aushubmaterial wird am Teichdamm, im Küren-Skigleitweg, im unteren Bereich der Hahnenköpflepiste – nach Einmündung des Küren Gleitweges und am Ende der Schäfalpabfahrt
    eingebaut
    - Reaktivierung des alten Sommerweges Auenhütte-Ifenhütte
    - Lehmabdichtung während der Bauphase gegen die Austrocknung des Moors
    - Baubeginn Frühjahr 2016

    Bauetappe 2:
    Bau von zwei 10er Gondelbahnen hintereinander: Auenhütte-Ifenhütte = Ifenbahn und Ifenhütte-Hahnenköpfle = Hahnenköpflebahn
    - Kapazität: Ifenbahn 2.000 P/h Hahnenköpflebahn 3.600 P/h
    - Ifenbahn = Sektion 1: Sommer- und Winterbetrieb; Hahnenköpflebahn = Sektion 2: nur Winterbetrieb
    - Antrieb Ifenbahn in der Bergstation, Hahnenköpflebahn in der Talstation
    - Neubau Bergrestaurant Hahnenköpfle + Terrasse (evtl. Überdeckung der Bergstation) an der gleichen Stelle, der Bau der Gastronomie kann auch einige Jahre nachdem Bau der Bahn sein
    - Baubeginn: geplant aber nicht fix: Bahnen ‚Sommer 2018
    - Abbau Ifen-Sessellift (nicht definiert) aber im Zuge des Baus der beiden Bahnen

    Beurteilung:
    Es ist positiv zu werten, dass wesentliche Forderungen berücksichtigt sind:
    - Keine Panoramabahn
    - Keine Bergstation bzw. kein Restaurant am Alpbord
    - Keine Bau- und Fahrstraße bzw. kein Fahrweg auf das Alpbord bzw. zur Bergstation neu
    - Kein Sommerbetrieb der „Olympiabahn"
    Der Bau des Schneiteiches und der Bau der „Olympiabahn" stellen erhebliche Eingriffe in die Natur dar und sind aus Sicht des Landschaftsschutzes kritisch zu beurteilen. Dennoch werden beide Vorhaben in Abstimmung mit der Naturschutzanwaltschaft Vorarlberg zur Kenntnis genommen.
    In der Umsetzung der Baumaßnahmen fordert der LSK folgende Punkte zu berücksichtigen:
    - Keine Baustraße und kein Quadweg oberhalb der Ifenhütte
    - Keine Gelände-Trassierungen im Alp- und Karstgebiet
    - Die Standorte der gefährdeten Frühlingsküchenschelle Pulsatilla vernalis (Biotopinventar S 134 Punkt 2.
    Schutzinhalte) dürfen durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden.

    Landschaftsschutz Kleinwalsertal:
    Elmar Grabherr, Karl Keßler

    More über Moore im Kleinwalsertal

    Dass das Kleinwalsertal über Moore von internationaler Bedeutung verfügt, wissen wir spätestens seit 1987, als das Biotopinventar für unsere Region erstellt wurde.

    Im Sommer 2015 hat eine Studentengruppe unter der Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Joachim Schrautzer von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Rahmen eines einwöchigen Freilandpraktikums Moore im Kleinwalsertal geobotanisch untersucht und dabei unter anderem festgestellt, dass sich viele unserer Moore trotz erkennbaren menschlichen Einfluss noch in einem guten Erhaltungszustand befinden. Es wachsen dort zahlreiche seltene und mittlerweile stark gefährdete Gefäßpflanzen wie der Tarant (s. Abb.).

    Außerdem fand die Arbeitsgruppe neben insgesamt 23 Moosarten auch eine fleischfressende Pflanze, die im Kleinwalsertal bisher noch nicht beschrieben wurde.

    pdf Datei „Die Moore des nördlichen Kleinwalsertals"

    Florierendes Kleinwalsertal

    Bam Lütke aus Mittelberg ist nicht nur ein engagierter Zimmervermieter und Gästebetreuer (http://www.gaestehaus-luetke.de/). Seine große Leidenschaft ist die Natur, speziell die Flora des Kleinwalsertals. Unterwegs immer mit Fotoapparat und oft mit seiner Tochter Lara. Seine Beobachtungsergebnisse können sich sehen lassen. Mit großem Einsatz und viel Liebe zu Details hat er eine Pflanzenliste zusammengestellt und veröffentlicht. Zusätzlich von Interesse: Bam Lütke hat viele Pflanzen auch in der Walser Sprache angegeben.

    Interessiert? http://flora-kleinwalsertal.at/

    Stunde der Wintervögel

    Vom 6. bis 9. Jänner wurden wieder Kohlmeise, Amsel, Specht, Spatz und alle anderen Wintergäste am Futterhaus gezählt.

    Wer sind die häufigsten Gäste am Futterhaus? Gibt es jährliche Schwankungen, örtliche Verlagerungen oder bleibt eine vertraute Vogelart ganz aus? Mit der BirdLife Österreich-Aktion „Stunde der Wintervögel“ sollen diese Fragen geklärt werden.

    Zeitgleich gezählt wurde auch in ganz Deutschland, wo Partnerorganisationen (LBV und NABU) von BirdLife Österreich zur Stunde der Wintervögel aufrufen.

    Die Ergebnisse der landesweiten Vogelzählung liegen bereits vor und können hier angesehen werden: www.stunde-der-wintervoegel.at.

    Vielen Dank allen Teilnehmern fürs Mitzählen!

     

    Geologische Exkursion auf das Gottesacker

    Am Samstag, den 12. September 2015 fand eine geologische Exkursion auf das Gottesacker statt.

    Das Gottesackerplateau zählt zu den größten und interessantesten Karstgebieten Europas. Das gesamte Niederschlagswasser versickert in den kalkhaltigen Boden, sammelt sich unterirdisch und tritt in gewaltigen Quellen tief im Tal wieder aus: der Sägebach in Schwende, der Aubach und der Wäldelebach fördern das Wasser im Tal wieder zutage.
    Oben am Plateau sieht man die urtümlich anmutenden, auf  den  ersten  Blick  kahlen,  weißgrauen  Karrenfelder mit ihren bizarren Formen. Formen, wie sie sich nur in sehr reinem Kalk bilden. So wird auch die Entstehungsgeschichte des kreidezeitlichen Schrattenkalkes bei der Wanderung ausführlich beleuchtet. Die Wanderung im Pflanzenschutzgebiet Hochifen und Gottesacker gab Einblick in das Helvetikum.

    Ohne Graben oder Bohren in den Untergrund schauen...

    So beschreibt Prof. Tim Bechtel aus den USA die Wissenschaft der Geophysik. Er und der Hydrogeologe Prof. Nico Goldscheider aus Karlsruhe waren im Kleinwalsertal und haben zwei höchst interessante Plätze geophysikalisch untersucht. Wir durften die beiden Wissenschaftler begleiten und einen spannenden Tag erleben.

    Prof. Nico Goldscheider hat für den Landschaftsschutz Kleinwalsertal dankenswerterweise diesen Kurzbericht verfasst: 

     

    Geophysikalische Erkundung von zwei alpinen Mooren

    Das Kleinwalsertal ist reich an Naturwundern. Zu den weniger bekannten Kleinoden zählen das Moor am Windecksattel (1751 m) und der etwa 300 m südwestlich gelegene Torsee (1780 m). Diese beiden Feuchtgebiete nördlich der Gottesackerwände sind wissenschaftlich interessant, weil sie nahe beinander und fast auf gleicher Höhe liegen und daher auch identische klimatische Bedingungen aufweisen. Aufgrund der unterschiedlichen Geologie und Geländeformen sind sie aber hydrologisch und ökologisch verschieden: Das Windecksattelmoor ist ein Hochmoor, der Torsee ein Niedermoor.

    Hochmoore werden von Niederschlägen gespeist, während Niedermoore seitliche Zuflüsse aus dem Grundwasser oder von angrenzenden Hängen erhalten. Daher sind Hochmoore nährstoffarm und die Vegetation ist karg, während Niedermoore nährstoffreicher sind.

    Am 23.11.14 haben wir die beiden Moore geophysikalisch untersucht, unterstützt von Klaus Kessler und Karl Keßler vom Landschaftsschutz Kleinwalsertal. Tim Bechtel beschreibt Geophysik als „die Wissenschaft, ohne Graben oder Bohren in den Untergrund zu sehen“. In beiden Mooren wurden geoelektrische Sondierungen durchgeführt. Dabei wird an zwei Elektroden elektrischer Strom in den Boden geleitet und an zwei anderen Elektroden die Spannung gemessen. Durch Erhöhung des Elektrodenabstands kann ein Tiefenprofil der elektrischen Leitfähigkeiten gemessen werden, das sich in ein geologisches Tiefenprofil umrechnen lässt.

    Die Profile zeigen klare Unterschiede: Am Windecksattel ist eine oberflächennahe Schicht mit einer geringen elektrischen Leitfähigkeit zu erkennen, was auf niedrige Nährstoffgehalte zurückzuführen ist, während am Torsee höhere Leitfähigkeiten gemessen wurden. So konnten wir auch zeigen, dass dieses leicht tragbare geophysikalische Messgerät im alpinen Gelände einsetzbar ist und sich zur zerstörungsfreien Untersuchung empfindlicher Feuchtgebiete eignet.

     

    Schüler für die Umwelt

    Im September 2014 war eine Schweizer Schulklasse mit zwei Lehrpersonen zu Gast im Kleinwalsertal und beteiligte sich an zwei Tagen an einem Umweltprojekt. Viehweiden im Kesselschwand und Klausenwald, beide bei Riezlern, waren schon seit Längerem vom Zuwachsen mit Sträuchern und Jungbäumchen bedroht, sie drohten zu verwalden und zu verbuschen. Unter der fachkundigen Anleitung des Landwirts Friedrich Keßler und mit Unterstützung von Simone Rundel als Leiterin der Offenen Jugendarbeit im Kleinwalsertal und eines Vertreters unseres Vereins arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit Sägen, Baumscheren und Hacken und befreiten die Flächen von den Jungpflanzen. Die Aktion ist ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in unserem Tal. Auf dem Orchideenhang im Kesselschwand sind eine Reihe seltener Orchideenarten beheimatet wie beispielsweise das Brandknabenkraut. Würde diese Weidefläche nicht geschwendet und als Weidefläche offen gehalten, könnten diese Orchideen im aufkommenden Wald nicht überleben.

    Artikel im "Der Walser"